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Call for Papers: 33. Tagung des Schwerter Arbeitskreises Katholizismusforschung 

Freitag bis Sonntag, 22.–24. November 2019

Die Jahrestagung des Schwerter Arbeitskreises bildet ein offenes Forum, das Forscherinnen und Forschern verschiedener Disziplinen die Möglichkeit bietet, neue Projekte und Fragestellungen in der Katholizismusforschung zu diskutieren. Die diesjährige Tagung findet vom 22.-24. November 2019 in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie Schwerte statt. Die offizielle Einladung einschließlich Programm und Anmeldeunterlagen wird nach der Sommerpause verschickt werden. Im Mittelpunkt stehen wie gewohnt die Vorstellung und Diskussion laufender Arbeiten zur Katholizismusforschung über das 19. und 20. Jahrhundert. Besonders diejenigen, die an Qualifikationsarbeiten (Master-, Diplom-, Magisterarbeiten, Dissertationen und Habilitationen) sitzen, sind herzlich eingeladen, ihre Projekte vorzustellen und Themenvorschläge einzureichen. Bewerbungen in Form eines halbseitigen Abstracts und eines kurzen Lebenslaufes sind bis zum 30. Juni 2019 an Florian Bock (florian.bock@rub.de) und Daniel Gerster (daniel.gerster@uni-muenster.de) zu senden. Wer einen ersten Überblick über die bisherige Forschung des Arbeitskreises gewinnen möchte: Die Bibliografie des Arbeitskreises, welche einen konzisen Überblick über die Projekte der letzten Jahre gibt, wird fortlaufend aktualisiert.

Die Generaldebatte der 33. Jahrestagung des Schwerter Arbeitskreises Katholizismusforschung beschäftigt sich mit der Vergangenheit der Zukunft, d.h. der Frage, wie vormalige Generationen die kurz-, mittel- und langfristig vor ihnen liegende Zeit gedacht haben. Dabei soll insbesondere nach dem Modus gefragt werden, wie Zukunft angeeignet wurde: pessimistisch oder optimistisch, als Kontinuität oder Bruch verstanden, offen oder planbar? Reinhart Koselleck hat in diesem Zusammenhang das Wort vom „Erwartungshorizont“ geprägt, der in der Moderne immer stärker in Kontrast zum „Erfahrungsraum“ trete. Solche Fragen stellen sich auch mit Blick auf die Geschichte des Katholizismus wie der (christlichen) Religion im 19. und 20. Jahrhundert, wobei mit der religiösen Jenseitsorientierung eine besondere Zukunftskonstellation hineinspielt. Zu fragen gilt es gleichwohl auch hier, inwiefern es sich bei den Erwartungen von Christinnen und Christen sowie der katholischen und evangelischen Gemeinden und Kirchen um positiv konnotierte Utopien handelt, oder im Gegensatz um angstgeleitete Dystopien oder gar apokalyptische Endzeitvorstellungen. Und, so gilt es weiter zu untersuchen, wie wurden diese Vorstellungen von den Einzelnen wie von den Gemeinschaften als Ganzen angeeignet? Führten sie zu einer rigorosen Jenseitsorientierung in der Lebensführung oder mündeten sie in einen politischen und gesellschaftlichen Aktivismus, dessen Ziel die Verwirklichung der Zukunft auf Erden war? Oder noch anders gefragt: Hatte die Religion/das Christentum überhaupt noch eine Deutungshoheit über Zukunftsszenarien – oder wurde ihr diese Kompetenz zugunsten der Naturwissenschaften zunehmend entzogen?

Für die Diskussion dieses Themas konnten wir Lucian Hölscher (Bochum) und Nicolai Hannig (München) als Referenten gewinnen. Am Samstagabend findet unter Moderation von Nicole Priesching (Paderborn) ein Zeitzeugen-Gespräch über den Wandel von Zukunftserwartungen im Katholizismus nach 1945 mit Pater Elmar Salmann (Rom/Paderborn) und Norbert Arntz (Münster/Kleve) statt.